2021-10-31 | An Marias Hand

Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch. Milder Sonnenschein, strahlendblauer Himmel, leuchtend goldgelbes Laub an den Bäumen, ein sanfter Wind… einfach perfekt für eine ausgedehnte Wanderung, z. B. im hübschen Örtchen Moresnet-Chapelle, unweit des Dreiländerecks. Von verschiedenen Orten in Belgien und Deutschland kamen am 26. Oktober dort Menschen zusammen – jedoch nicht zum Spazierengehen, sondern um miteinander Christus zu begegnen.    

Dass dieser Abend etwas Besonderes werden würde, war schon zu spüren, als sich die Gnadenkapelle mit dem Bild Mariens, der Hilfe der Christen, gegen 17 Uhr mit Betern zu füllen begann. In schlichten, klaren Worten stellte eine Schwester der dort beheimateten Gemeinschaft von der gekreuzigten und auferstandenen Liebe uns die Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes vor Augen; das gemeinsame Gebet floss ruhig, mit spürbarer Innigkeit einer wachsenden Zahl von Betern. Spontan stellte sich ein hinzugekommener Priester zur Beichte zur Verfügung. Das Angebot wurde dankbar angenommen und rege genutzt.

Dann ging es hinüber in die angrenzende Wallfahrtskirche, deren Wände über und über geschmückt sind mit Votivtafeln dankbarer Pilger. Auf dem Liederblatt ein schöner Mix alter und neuer Lieder zur Ehre Gottes und der Rosenkranzkönigin, einfühlsam und glaubensfroh begleitet von zwei Mitgliedern der Gemeinschaft mit Gesang und Gitarre.
In Seiner Predigt ermutigte uns Pfarrer Müller, auch angesichts der aktuellen Bedrängnisse die Hoffnung nicht zu verlieren, sondern unbeirrt im Glauben zu stehen und auf Gott zu vertrauen, wie uns Tageslesung (Röm 8,18-25) und Evangelium (Lk 13,18-21) nahelegen. „Es wird wachsen!“

Nach der Heiligen Messe war im Pilgersaal Gelegenheit, bei einer kleinen Stärkung, die die Gemeinschaft liebevoll für uns vorbereitet hatte, bekannte und neue Gesichter zu begrüßen und die frohe Stimmung zu genießen. Gegen 19:30 Uhr durften wir vom Christus in die Mitte! – Team dann die ca. 50 Teilnehmer willkommen heißen und Pfarrer Thomas Müller vorstellen. Pater Bartholomé betete mit uns und dann begann der Vortrag zum Thema Christus begegnen durch Maria.

Pfarrer Müller ging zunächst auf den ersten Teil – Christus begegnen – ein und geleitete uns dazu durch die Emmausgeschichte (Lk 24,13-35). Das Evangelium berichtet uns, wie sehr Christus die Begegnung mit uns Menschen sucht. Eins der ersten Dinge, die Er nach Seiner Auferstehung unternimmt, ist diese Wanderung mit zwei einfachen Jüngern. Es liegt Ihm offenbar sehr am Herzen, dass sie Ihn verstehen und erkennen.
Pfarrer Müller zeigte uns, dass die Geschichte dieser Wanderung vier Wege der Begegnung mit Gott beschreibt, die auch wie heute gehen können:
– das Gespräch und die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander (Verse 13-15)
– das Gespräch mit Christus/ das Gebet (Verse 15-26)
– das Wort Gottes (Vers 27) und
– die Sakramente, vor allem die Eucharistie (Verse 28-31).
Die Emmausgeschichte ist in ihrem Aufbau auch ein Sinnbild für die Heilige Messe: Wortgottesdienst und Eucharistiefeier. Die Predigt, mit der Er den Jüngern damals den Sinn der Heiligen Schrift aufgeschlossen hat, muss überwältigend gewesen sein. Und dennoch erkennen sie Ihn erst in der Eucharistie, bekennen einander, dass ihnen das Herz brannte bei Seinen Worten und eilen, um anderen Zeugnis zu geben.

Was hat dies nun Maria zu tun? Pfarrer Müller betonte, dass Maria nichts Neues bringt, keine alternativen Wege vorschlägt oder gar unsere Aufmerksamkeit von Christus weg auf sich selbst hin lenken möchte, sondern uns hilft, diese vier „klassischen“ Wege an ihrer Hand leichter zu beschreiten und Christus so tiefer zu begegnen. „Niemand auf Erden war Christus näher und ist Ihm häufiger begegnet als Maria. 33 Jahre lang war sie mit Ihm verbunden. Und im Himmel ist Ihm kein Mensch näher als Maria.“ , so Pfarrer Müller. „Begegnung verändert mich. (…) Das gilt besonders auch für unsere Begegnung mit Gott.“ Das Ziel der Begegnung mit Christus ist das „Umgestaltetwerden in Christus“ (vgl. Gal 2,20: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.) und „als neue Menschen zu leben“ (vgl. Eph 4,24).
Der heilige Ludwig Maria Grignon de Montfort schreibt im Goldenen Buch: „Unsere ganze Vollkommenheit besteht darin, gleichförming mit Jesus Christus geeint und geweiht an Ihn zu sein. Da Maria das Geschöpf ist, welches am meisten Christus gleichgestaltet ist, folgt daraus, dass unter den Frömmigkeitsformen jene, die eine Seele besser unserem Herrn gleichgestaltet und Ihm weiht, die Marienverehrung ist (…) und je mehr eine Seele ihr geweiht ist, sie auch Jesus Christus selbst geweiht ist.“ Darum sind praktisch alle Heiligen Marienverehrer.
Pfarrer Müller zeigte uns, wie uns Maria auf den vier Wegen begleitet:
– Die ursprüngliche Gemeinschaft der Gläubigen ist die im Abendmahlssaal, in dem sich die Jünger im Warten auf den Pfiingsttag um Maria versammelt haben. Wie die Jüngern damals können wir mit Maria um eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes beten.
– Beim Beten des Rosenkranzes betrachten wir „mit Maria das Antlitz Christi“, wie der heilige Papst Johannes Paul II gesagt hat. Der Rosenkranz ist „eine Kurzfassung des Evangeliums“.
– Im Lukasevangelium heißt es mehrfach über Maria, dass sie „alles in ihrem Herzen bewahrte“. Von Maria können wir lernen, das Wort Gottes zu betrachten und den Willen des Vaters zu erfüllen.
– Der heilige Ludwig-Maria empfiehlt, die Heilige Kommunion in Demut zu empfangen, so wie Maria Jesus empfangen hat, und sie zu bitten, uns dabei zu helfen. ´

Nach diesem eindrücklichen Vortrag gab uns Bruder Andrej Maria von den Augustiner Chorherren in Maria Bronnen ein sehr berührendes Zeugnis über seinen Weg zum Glauben und wie er dabei von Maria geführt worden ist. Ermutigt dadurch gaben auch mehrere Teilnehmer spontan Zeugnis. Der insgesamt sehr bereichernde und bewegende Abend schloss mit einen gemeinsamen Gebet und dem Segen.

Wir sind allen Beteiligten sehr dankbar, besonders der Gemeinschaft von der gekreutigten und auferstandenen Liebe, Pfarrer Thomas Müller, Bruder Andrej Maria, den Medjugorje Gebetsgruppen und -Freunden, denen, die mutig Zeugnis gegeben haben und allen stillen Betern und Zuhöreren. Möge der Abend für uns alle segensreich wirken und uns helfen, unseren Lebensweg vertrauensvoll an Marias Hand zu wandern.

Noch zwei kleine Tipps: Von Aachen aus geht jeden Mittwoch eine kleine Pilgergruppe nach nach Moresnet-Chapelle. Sie sind jederzeit willkommen mitzugehen.

Wir freuen uns auch immer sehr über neue Glaubenszeugnisse! Wenn Sie uns Ihre Erfahrungen zur Veröffentlichung anvertrauen möchten, können Sie das sehr gern hier tun.  

Frohe Grüße und Gottes Segen zum Allerheiligenfest,

Ihr Christus-in-die-Mitte! – Team

Diese Veranstaltung wurde im Rahmen der Aktion „Christus in die Mitte! on Tour“ angeboten. Sie möchten wissen, was für Themen wir alles im Rahmen dieser Aktion anbieten? Schauen Sie hier:
www.christus-in-die-mitte.de/cim-on-tour/
Gern kommen wir mit einem der 14 Themen samt Referent in Ihre Pfarrei!


Fotos: S. Mathieu, A. Vogg, Arek Socha via pixabay