2020-05-01 | Kraft des Gebetes

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Der Sonntag des Guten Hirten, der vierte Sonntag der Osterzeit, ist seit 1964 Welttag für geistlichen Berufungen. Weltweit beten Katholiken an diesem Tag ganz besonders um Berufungen zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben.

Die Initiative Werft die Netze aus lädt alle Katholiken in Deutschland dazu ein, sich innerhalb der 24 Stunden vom 2. Mai 18:00 Uhr bis 3. Mai 18:00 Uhr ganz bewusst Zeit zu nehmen für das Gebet um Berufungen. Jeder kann mitbeten – sei es allein, mit der Familie oder Wohngemeinschaft, per Telefonkonferenz in der eigenen Gebetsgruppe oder verbunden über Livestream – und an manchen Orten – Gott sei Dank – auch wieder gemeinsam in der Kirche vor dem ausgesetzten Allerheiligsten.

Auf einer interaktiven Karte können sich Beter mit ihren jeweiligen Gebetszeiten eintragen. In unserem Bistum gibt es bisher noch nicht so viele Einträge. Vielleicht kommen ja noch welche dazu? Immerhin sagt uns der Herr selbst: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“ (Mt.18,19)

Die Veranstalter schreiben: „Wir wollen zu einer tiefen Erneuerung des Glaubens und der Kirche in unserem Land beitragen, indem wir darum beten, dass der Herr uns die Menschen sendet, die dazu bereit sind, mit Hingabe das Evangelium zu verkünden.“

Im Sinne dieses Anliegens steht auch die neue Initiative Beten für Bischöfe, die dazu einlädt, eine Gebetspatenschaft für einen Bischof zu übernehmen. Die „Lokomotoras“ vom Verein zur Förderung des internationalen christlichen Filmes (VFicF), die sich für die Verbreitung christlicher Filme (wie Mary’s Land, Fatima, das letzte Geheimnis, Das größte Geschenk) einsetzen, greifen damit einen Wunsch des Kölner Weihbischofs Dominikus Schwaderlapp auf, der einmal sinngemäß gesagt hat: „Es wäre doch schön, wenn alle deutschen Bischöfe Gebetspaten hätten.“

Wenn Sie Freude am Gebet haben und die Gebetspatenschaft für einen deutschen Bischof übernehmen möchten, melden Sie sich einfach bei Claudia Langen: betenfuerbischoefe@gmail.com
Der Bischof wird Ihnen dann per Los zugeteilt. Zudem erhalten Sie Impulse und Informationen per Mail. Und Sie werden Teil einer Gebetsfamilie – so wie Paulus es schreibt: „Wir beten für euch. Betet auch ihr für uns, liebe Brüder und Schwestern.“ (1 Thess 5,25)

Am heutigen 1. Mai werden die italienischen Bischöfe ganz Italien dem Schutz Mariens anvertrauen. Diese Marienweihe kommt zustande aufgrund der Initiative von hunderten Gläubigen, die sich in Briefen an Kardinal Gualtiero Bassetti, den Erzbischof von Perugia gewandt haben. Vaticannews zitiert den Kardinal, ihm sei bewusst geworden„dass wir eine Antwort des Glaubens und der Liebe zur Muttergottes geben müssen. Die Gläubigen sind den Bischöfen manchmal voraus.”

Die Weihe wird vollzogen in der der Basilika des Wallfahrtsortes Caravaggio, der in der Provinz Bergamo liegt, mitten in der von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Region Europas.

Auch die Bischöfe der USA und Kanadas werden heute am 1. Mai 2020 die Weihe ihrer Länder an die Gottesmutter Maria erneuern. Livestream MESZ 22:00 Uhr hier.

Im Bistum Aachen läuten seit dem 19. März täglich um 19:30 Uhr die Glocken vieler Kirchen und laden ein zum Gebet. In der aktuellen Krise soll das Läuten der Glocken uns daran erinnern, dass wir im Gebet miteinander verbunden bleiben.

Ans Herz legen möchten wir Ihnen auch unsere Rosenkranz-Gebetsaktion für die geistliche Erneuerung in unserem Bistum. Wir laden Sie ein, täglich ein Gesätzchen Rosenkranz zu beten mit dem Zusatz „Jesus, der den Glauben in unserem Bistum vermehre“. Sie können dazu einen der eigens dafür geknüpften kleinen Rosenkränze verwenden, die unser Bischof Helmut gesegnet hat.
Unserem Aufruf haben sich schon über 4000 Menschen im Bistum und darüber hinaus angeschlossen. Sind Sie auch schon dabei?
Von der Gottesmutter heißt es im Evangelium, dass sie alle Worte bewahrte und sie in ihrem Herzen erwog“ (vgl. Lk 2, 19) Den Rosenkranz zu beten bedeutet, es ihr nachzutun.

Auch Papst Franziskus lädt ein zum Rosenkranzgebet. In einem Brief an alle Gläubigen versichert er, dass er geistlich vereint mit uns allen den Rosenkranz beten wird, gemäß der jahrhundertealten Tradition der Kirche. Papst Franziskus schreibt: „Die Einschränkungen der Pandemie haben uns gezwungen, den häuslichen Aspekt zur Geltung zu bringen, auch unter geistlichem Gesichtspunkt. Deswegen möchte ich alle einladen, wieder neu zu entdecken, wie schön es ist, im Monat Mai zu Hause den Rosenkranz zu beten. (…) Wenn wir gemeinsam mit dem Herzen Marias, unserer Mutter, das Antlitz Christi betrachten, wird uns dies immer tiefer als geistliche Familie vereinen und uns helfen, diese Prüfung zu überwinden. Ich werde für euch beten, insbesondere für diejenigen, die am meisten leiden, und ihr betet bitte für mich.“

Dem Brief angefügt sind zwei Gebete*. Der Papst empfiehlt, sie zum Abschluss des Rosenkranzes zu beten.

Im Gebetshaus Augsburg findet seit dem 15. April 2020 täglich um 19 Uhr die Gebetszeit der Initiative Deutschland betet gemeinsam statt. Alle sind eingeladen, per Livestream mitzubeten.

Von Johannes Hartl, dem Leiter des Gebetshauses, stammt der Satz: „Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts.“ In diesen Wochen zeigt sich uns, wie wahr das ist. Denn auch in Zeiten der Freiheitsbeschränkungen und der Vereinzelung trifft uns das Wort des Guten Hirten: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10)

Die Fülle des Lebens liegt in der Verbundenheit mit Gott. Und es ist sicher kein Zufall, dass gerade jetzt so eine Fülle von Gebetsaktionen und neuen Initiativen hervorbricht aus dem Volk Gottes.

Ein Phänomen dieser Tage ist der Livestream. Entscheidend aber ist der „Lifestream“ – der Lebensstrom des Gebetes, das uns mit Gott und miteinander verbindet.

Auf die Fürsprache der heiligen Gottesmutter Maria und ihres Bräutigams, des heiligen Josef, gewähre uns Gott, dass dieser Strom in uns nie versiege!

Im Gebet verbunden,

Ihr Christus in die Mitte! – Team



* Gebet 1

O Maria,
du erstrahlst immer auf unserem Weg
als Zeichen des Heils und der Hoffnung.
Wir vertrauen auf dich, Heil der Kranken,
die du unter dem Kreuz mit dem Schmerz Jesu vereint warst
und fest deinen Glauben bewahrt hast.
Du, Heil des römischen Volkes,
weißt, was wir brauchen.
Wir sind sicher,
dass du dafür sorgen wirst,
dass wie zu Kana in Galiläa
Freude und Frohsinn zurückkehren mögen
nach dieser Zeit der Prüfung.
Hilf uns, Mutter der göttlichen Liebe,
uns dem Willen des Vaters anzugleichen
und das zu tun, was Jesus uns sagen wird,
der unser Leiden auf sich genommen
und unseren Schmerz getragen hat,
um uns durch das Kreuz
zur Freude der Auferstehung zu führen. Amen

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.

Gebet 2

»Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter.«

In dieser dramatischen Situation voll von Leiden und Ängsten, welche die ganze Welt bedrücken, wenden wir uns an dich, o Mutter Gottes und unsere Mutter, und suchen Zuflucht unter deinem Schutz und Schirm.

O Jungfrau Maria, in dieser Pandemie des Coronavirus wende deine barmherzigen Augen uns zu und tröste alle, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern und weinen, die zuweilen in einer die Seele verletzenden Weise beerdigt wurden. Stütze alle, die sich um die Kranken ängstigen, denen sie wegen der Ansteckungsgefahr nicht nahe sein können. Schenke Zuversicht denen, die wegen der ungewissen Zukunft und der Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit in Sorge sind.

Mutter Gottes und unsere Mutter, erflehe für uns bei Gott, dem barmherzigen Vater, dass diese harte Prüfung ein Ende habe und am Horizont wieder Hoffnung und Friede erscheine. Wie zu Kana trete bei deinem göttlichen Sohn für uns ein, dass die Familien der Kranken und der Verstorbenen getröstet werden und sie im Herzen wieder Vertrauen fassen können.

Beschütze die Ärzte, die Krankenschwestern und –pfleger, die im Gesundheitswesen Tätigen und die Freiwilligen, die in dieser Notsituation an vorderster Front kämpfen und ihr Leben riskieren, um das anderer zu retten. Begleite ihr heroisches Bemühen und gib ihnen Kraft, Güte und Gesundheit.

Sei du bei denen, die Tag und Nacht die Kranken pflegen, und hilf den Priestern, die mit seelsorgerischem Eifer und einem dem Evangelium entsprechenden Einsatz versuchen, allen zu helfen und eine Stütze zu sein.

Heilige Jungfrau Maria, erleuchte den Verstand der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, auf dass sie geeignete Lösungen zur Bekämpfung des Virus finden.

Stehe den Verantwortlichen der Nationen bei, dass sie Weisheit, Fürsorge und Großmut walten lassen und mit Weitblick und im Geist der Solidarität durch soziale und wirtschaftliche Programme all denen zur Hilfe kommen, denen das Nötige zum Leben fehlt.

Heilige Maria, rühre die Gewissen an, damit die Unsummen für die Vermehrung immer ausgeklügelterer Waffensysteme vielmehr einer angemessenen Forschung zur künftigen Vermeidung ähnlicher Katastrophen zugutekommen.

O geliebte Mutter, lass in der Welt das Zugehörigkeitsgefühl zu der einen großen Familie wachsen im Bewusstsein des Bandes, das uns alle eint, damit wir in geschwisterlichem und solidarischem Geiste der vielfachen Armut und den Situationen des Elends Abhilfe leisten. Stärke uns, damit wir feststehen im Glauben, Ausdauer haben im Dienen und beharrlich sind im Beten.

O Maria, Trösterin der Betrübten, nimm deine geplagten Kinder in den Arm und erwirke bei Gott, dass er in seiner Allmacht eingreife, um uns von dieser schrecklichen Epidemie zu befreien, damit das Leben unbeschwert wieder seinen normalen Gang aufnehmen kann.

Dir vertrauen wir uns an, die du auf unserem Weg als Zeichen des Heils und der Hoffnung erstrahlst. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen


Foto: Jamie Nakamura auf Pixabay