2020-04-19 | Fest der Barmherzigkeit Gottes

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Der Sonntag nach Ostern bzw. der 2. Sonntag der Osterzeit ist das Fest der Barmherzigkeit Gottes, auch offiziell Barmherzigkeitssonntag genannt. Als liturgisches Fest wurde er am 30. April 2000 von Papst Johannes Paul II. in der Predigt bei der Heiligsprechung der Schwester Faustyna Kowalska für die ganze Katholische Kirche festgelegt. Der Tag ist dazu bestimmt, der Gnadengaben der göttlichen Barmherzigkeit mit besonderer Verehrung zu gedenken. Dieser Sonntag ist ebenso der sogenannte Weiße Sonntag. [Quelle]

Die noch jüngere polnische Heilige Sr. Faustyna (* 1905 / + 1938) war eine Mysikerin. Ihr erschienen Heilige – und der Herr Jesus Christus selbst. Diese himmlische Korrespondenz intensivierte sich insbesondere in ihren letzten, von Krankheit gezeichneten Lebensjahren. Jesus gab ihr selbst den Auftrag, alle ihre Erfahrungen mit dem Himmel in einem Tagebuch (TB) aufzuschreiben: „Du hast die Aufgabe, alles aufzuschreiben, was Ich dich über Meine Barmherzigkeit erkennen lasse und zwar zum Nutzen der Seelen, die diese Schriften lesen. Sie erfahren in ihrer Seele Trost und Mut, sich Mir zu nähern“ (TB 1693). Die Hauptberufung Sr. Faustynas war es, Botschafterin und Verkündering der Barmherzigkeit Gottes zu sein: „Künde der ganzen Welt von Meiner unbegreiflichen Barmherzigkeit“ (TB 699). Weiter lesen wir in TB 1447/1448:

„Schreibe, sprich über Meine Barmherzigkeit. Sage den Seelen, wo sie Trost suchen sollen – im Tribunal der Barmherzigkeit. Dort gibt es die größten Wunder, die sich ununterbrochen wiederholen. Um dieses Wunder zu erreichen, bedarf es keiner weiten Pilgerfahrt, auch nicht äußerer Zeremonien, sondern es genügt, zu Füßen meines Stellvertreters gläubig hinzutreten und vor ihm sein Elend auszusprechen. Dann zeigt sich das Wunder der Barmherzigkeit in seiner ganzen Fülle. Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Belebung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles verloren – so ist es anders bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollends.“

Das Tribunal der Barmherzigkeit ist dabei die Heilige Beichte. Diese Darlegung Jesu lässt erahnen, wie kraftvoll und belebend dieses Sakrament der Versöhnung ist. Lassen wir uns davon ermuntern, dieses Sakrament mehr wertzuschätzen und es wieder häufiger und regelmäßig zu unserem eigenen Heil zu nutzen und ermuntern wir auch andere dazu.

In den Offenbarungen Jesu an Sr. Faustya gab uns der Herr weitere Gnadenmittel Seiner Barmherzigkeit. Dazu gehört das gemalte obige Bild des Barmherzigen Jesus aus dessen geöffnetem Herzen zwei Strahlen ausgehen, ein roter und ein weißer. Über die Verehrung des Bildes sagt Jesus:

Ich überreiche den Menschen ein Gefäß, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden kommen sollen. Das Gefäß ist dieses Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich (TB 327). Durch das Bild werde Ich den Seelen viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben (TB 570). Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche auch hier schon auf Erden den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes. Ich Selbst werde sie verteidigen, wie Meine Ehre. […] Die Strahlen, die aus Meinem Herzen dringen, sind Sinnbild Meiner Barmherzigkeit. Sie stellen das Hervorquellen des kostbaren Blutes und des Wassers aus Meinem Herzen am Tag Meines Kreuzesopfers auf Golgotha dar.“ (TB 48).

Jesus bat auch, täglich zur Stunde seines Sterbens um 15 Uhr Seine Barmherzigkeit zu preisen: „Ich erinnere dich daran, dass du, so oft du die Uhr die dritte Stunde schlagen hörst, dich ganz in Meine Barmherzigkeit versenkst, sie verherrlichend und preisend. Rufe ihre Allmacht herab für die ganze Welt (…) In dieser Stunde kannst du alles für dich selbst und für andere erbitten. In dieser Stunde kam die Gnade für die ganze Welt“ (TB 1572).

Weiterhin gab uns Jesus am 13.09.1935 den Barmherzigkeitsrosenkranz, der mit dem normalen Perlenkranz, aber mit anderen Gebeten gebetet wird. Zu seiner Wirkung sagt Er:

Bete unablässig den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den Ich dich gelehrt habe. Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein – falls er nur ein Mal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt.“ (TB 687)

Als Höhepunkt lädt uns Jesus ein, einmal im Jahr – am Sonntag nach Ostern – Seine Barmherzigkeit in besonderer Weise zu verehren:

Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird und besonders für arme Sünder (…) Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähert. Die Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommene Vergebung der Schulden und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch sie fließen die Gnaden. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären.“ (TB 699)

Als Vorbereitung auf den Barmherzigkeitssonntag empfahl Jesus das Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes an den neun vorausgehenden Tagen in Form einer Novene (TB 796).

Es lohnt sich tatsächlich sehr, das Tagebuch der Hl. Faustyna selbst eimal ganz zu lesen, denn es ist ein Gewinn für die Seele. Die Gebetsgruppe St. Josef in Aachen bietet leihweise einen Wanderaltar an zusammen mit einem Koffer voller Informationen über Sr. Faustyna und die Barmherzigkeit Gottes, inklusive des Tagebuches, um das Wunder der Barmherzigkeit Gottes näher kennenzulernen.

Das Tagebuch von Sr. Faustyna kann man:

Wir wünschen Ihnen einen gnadenreichen Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit!

Ihr Christus in die Mitte! -Team



Hier noch eine Betrachtung zum heutigen Festtag:

GÖTTLICHE BARMHERZIGKEIT

Seele, der Barmherzigkeit bedürftig, wer immer und wo auch immer du sein magst, wisse, dass alle Reichtümer der Göttlichen Barmherzigkeit für dich im Allerheiligsten Sakrament des Altars enthalten sind und dargebracht werden.
Begib dich vor den Tabernakel oder suche nach einer Monstranz, in der der Leib Christi ausgesetzt ist – ein Fest für deine Augen – und bete dort das Geheimnis der Göttlichen Barmherzigkeit an.
Öffne dich weit, werde ganz und gar empfänglich, um in dir den gewaltigen Strom des Erbarmens zu empfangen, der für dich vorgesehen ist und durch dich hindurch für jene, deren Schmerzen und Schwachheiten du zu tragen gewählt hast oder die dir auferlegt worden sind.
Bete an das Blut und Wasser, das auch jetzt aus der Heiligsten Seite strömt, frisch und rein, ohne je zu altern.
Bete an die Gabe des Heiligen Geistes und verlange danach, Ihn heute erneut zu empfangen als die Seele deiner Seele, als das eigentliche Leben deines Lebens.
Die Quelle der Göttlicher Barmherzigkeit ist verborgen im Sakrament des Altars.
„Er wird dir gewiss Gnade erweisen, wenn du um Hilfe rufst; sobald Er es hört, antwortet Er dir! Der Herr hat dir zwar Brot der Drangsal zu essen und Wasser der Trübsal zu trinken gegeben; aber dein Lehrer wird sich nicht länger verborgen halten, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen.“ (Jes 30,19-20)
Nahe bei der eucharistischen Quelle wirst du Maria finden, die Mutter der Barmherzigkeit. Sie wird niemals müde, Seelen die Fülle Göttlicher Barmherzigkeit zu vermitteln. So nahe ist sie der Quelle, als wären sie und die Quelle eins: alles, was aus dieser Quelle fließt, geht durch sie hindurch und es liegt in ihrer Macht, den Strom Göttlichen Erbarmens jedem zuzuleiten, so wie es ihr gefällt.
Ihr Sohn vertraut so sehr ihrem mütterlichen Herzen, dass Er ihr alles anvertraut hat und ihr erlaubt, Seine Barmherzigkeit frei an Seelen zu verteilen.
O Seele, ergeben der Göttlichen Barmherzigkeit, bete Ihn an, der als Barmherzigkeit gegenwärtig ist im Allerheiligsten Sakrament des Altars. Die Göttliche Barmherzigkeit kommt in die Welt durch das Allerheiligste Sakrament, denn darin ist das Herz Jesu, der Quell Seines Erbarmens und Seine durchbohrte Seite, der Mund Göttlichen Erbarmens, die Öffnung, aus der die Göttliche Barmherzigkeit in das Universum eintritt und in die Seelen strömt, um sie zu reinigen, heiligen und zu verherrlichen.
O Seele, die du übervoll von Elend bist, wenn du die Göttliche Barmherzigkeit erfahren willst, dann begib dich in die Nähe der eucharistischen Gegenwart des Durchbohrten; verweile im Lichte Seines Eucharistischen Antlitzes; halte dich still und voller Erwartung vor Seiner geöffneten Seite. Dort wirst du nie in deiner Hoffnung enttäuscht werden.
Denn mit Ihm ist Erbarmen und überreiche Erlösung und Er wird dir all deine Sünden vergeben. Jeder Tabernakel, der Seinen anbetungswürdigen Leib und Sein Blut beherbergt, macht dir und allen die Quelle des unerschöpflichen Erbarmens Gottes zugänglich.

(von Dom Mark Kirby; Übersetzung Pfr. Joachim Schwarzmüller)


Fotos: A. Vogg: Oben Foto einer Kopie des ersten Bildes des Barmherzigen Jesus in Vilnius (Litauen), rechts ein Foto von dem Original des zweiten Bildes in Krakau (Polen).