Fenster zum Himmel. Liturgische Formen als Gotteserfahrung

Pfarrer Dr. Guido RodheudtDie Liturgie der Kirche ist gefeierter Glaube und – wie das Zweite Vatikanische Konzil sagt – „Teilnahme an der Liturgie des Himmels“ und von daher „Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens“. Sie bedarf daher angemessener Formen, die Gott und Seine Heiligkeit abbilden und Seiner realen Anwesenheit in der Liturgie gerecht werden. Der Workshop soll dazu verhelfen, in der Tradition der liturgischen Formen einen Ort der Gottesbegegnung zu entdecken. Es sollen konkrete Hilfen zur Erneuerung des liturgischen Lebens der Kirche gegeben werden, ohne die eine Mission in unseren Tagen ihr Ziel nicht erreichen kann. Pfarrer Dr. Rodheudt beschäftigt sich seit langem praktisch und publizistisch mit der Frage einer „Reform der Reform“ der Liturgie im Sinne Papst Benedikts XVI. und zelebriert in seiner Pfarrei in der neuen und der alten Form des römischen Ritus.


Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, geboren 1964 in Aachen, Priesterweihe 1989, Pfarrer in Herzogenrath, Gründer und einer der Sprecher des Netzwerkes katholischer Priester, Mitgründer der Sinfonia Sacra , einer Gesellschaft zur Förderung katholischer Kirchenmusik. Er studierte Philosophie und Theologie in Bonn, Augsburg und Regensburg. 1997 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Seit dem Jahre 2009 ist er Gastgeber, Mitveranstalter und geistlicher Direktor der Kölner Liturgischen Tagung  in der Pfarrei St. Gertrud, die auf der Basis der traditionellen Gregorianischen Liturgie einen Beitrag für die liturgische Erneuerung der Kirche leisten möchte.


Workshop am 28.09.2019 in Krefeld

Teilnehmer in Runde 1: 25
Teilnehmer in Runde 2: 15

Zu Beginn des Workshops gab Pfr. Rodheudt eine Übersicht darüber, was Liturgie ist und welche Bedeutung sie in der Kirche hat:
– „Liturgie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens.“ (Lumen Gentium 11)
– Die Grundstruktur der Liturgie gehen bereits auf das 2. Jh. zurück
– Liturgie ist ein Element der Mission
– „lex orandi, lex credenti“ – so wie wir beten, so glauben wir auch
– Die irdische Liturgie ist Partizipation der himmlischen Liturgie und immer eine Feier der Gesamtkirche
– Liturgie muss eine Form haben und diese muss geeignet sein
– Formen kann man nicht ändern ohne auch den Inhalt zu ändern
– Es gibt eine klingende Seite und eine sichtbare Seite der Liturgie
– Eine würdige Liturgie führt zu Gott / nichts Hässliches oder Dissonantes kann Gott abbilden
– Der Novus Ordo (ordentlicher Ritus) überlässt (zu) viel Gestaltungsraum dem Priester/ der Vetus Ordo (außerordentlicher Ritus) ist verbindlicher
– Eine verbindliche Form schützt die Gläubigen vor dem Priester
– Auch eine Messe im ordentlichen Ritus kann man würdig feiern

Bei den anschließenden Diskussionen zeigte sich, dass insbesondere der Mangel an Verbindlichkeit oftmals ein großes Problem darstellt. In der ersten Runde hatten ca 50% der Teilnehmer Erfahrungen mit dem außerordentlichen Ritus, in der zweiten Runde waren es ca 80 % (was auch am etwas höheren Durchschnittsalter der Teilnehmer lag). In beiden Runden bestätigten rund 80%, schlechte Erfahrungen mit Messfeiern gemacht zu haben aufgrund von mangelhafter Liturgie.