Den Schalter komplett umgelegt

Vor gut 16 Jahren hat Jesus den Schalter in meinem Leben um 180 Grad gedreht.

Das war an einem Einkehrtag, zu dem ich als evangelisch Getaufte und Konfirmierte eingeladen worden war. Der Impuls des Priesters fußte auf der ersten Enzyklika Papst Benedikts XVI. : GOTT IST DIE LIEBE. Und noch heute klingen in mir zwei der zahlreichen Lieder der Lobpreisgruppe:

  • GOTT IST NUR LIEBE, WAGT FÜR DIE LIEBE ALLES ZU GEBEN sowie
  • HERR, DEINE GNADE, SIE FÄLLT AUF MEIN LEBEN

Auf dem Altar stand die Monstranz mit dem eucharistischen Herrn. Etwas, das mir damals noch in keinster Weise bekannt oder gar bewusst war.

Während der gestalteten Anbetungszeit war es mir nicht möglich, die ständig fließenden Tränen unter Kontrolle zu bekommen. So viel Schmerzliches kam an die Oberfläche, von dem mir überhaupt nicht klar gewesen war, dass es mich schmerzte. Insbesondere, dass ich ohne den Segen der Kirche verheiratet war und meinen beiden Kindern – entgegen dem eindringlichen Rat meiner Großmutter – die Taufe vorenthal- ten hatte.

Ohne mit jemandem über all das gesprochen zu haben, erhielt ich beim Einzelsegen ganz nah vor dem Allerheiligsten den Zuspruch: ICH WILL DEINE LIEBEN ZU MIR ZIEHEN.

Daraus erwuchs mir eine solche Freude, dass ich am Ende des Tages den Priester an- sprach mit den Worten: „Was muss ich tun, um katholisch zu werden?“ Dabei war es für mich in keinster Weise bedeutsam, was mein atheistisches Umfeld in der Familie dazu sagen würde.

Zunächst nahm ich unbemerkt Konversionsunterricht, aber mit der Zeit wurde es offenkundig, dass ich einmal in der Woche nach der 65km entfernten Bistumshauptstadt fuhr. Für mich entstand die Frage, wie ich den eigentlichen Beweggrund dafür meinem Mann beibringen könnte. Der Heilige Geist kam mir (wie ich heute weiß) mit seiner alles vermögenden Kraft entgegen und fügte es, dass mein Mann mich eines Tages wirklich freundlich fragte, ob ich nun wohl auch noch katholisch werden wollte. Das war die Gelegenheit, ihm meine Absicht mitzuteilen.

Keinerlei Widerstand schlug mir entgegen, sondern Toleranz, eher sogar Akzeptanz. An meiner Firmung und Erstkommunion nahm fast die gesamte Familie teil!

Dank sei Gott für diesen WENDETAG und alles, was Er seither in meinem Leben und in meiner Familie gewirkt hat!

Die tiefe Freude im Herzen ist geblieben, auch wenn äußere Anlässe bisweilen nichts dazu beitragen.

Gelegenheiten zur eucharistischen Anbetung sind für mich eine große Freude, wie man aus Jesu Weg mit mir hin zu einer ganz bewussten persönlichen Beziehung zu Ihm wohl leicht verstehen kann.

Mir ist es ein Herzensanliegen geworden, eine solche Begegnung mit dem Herrn durch Zeiten der Anbetung in verschiedenen Gemeinden zu ermöglichen.

Denn JESUS SELBER IST DER MISSIONAR, wie es Sr. Dr. Theresia Mende kürzlich so wunderschön formulierte.
09/2021

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