2022-03-14 | Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden (Lk10,38)

Jahrelang habe ich mit diesem Satz gehadert, fand es ungerecht, dass Jesus augenscheinlich auch noch die Untätigkeit Marias von Bethanien unterstützte, während sich ihre Schwester Marta in der Küche „abrackerte“ und arbeitete, um Jesus eine gute Gastgeberin zu sein.

Die Kirchenväter haben in den beiden Schwestern immer das Sinnbild für das Verhältnis von Beten und Arbeiten, für die Gottes- und Nächstenliebe gesehen.

In Marta können wir die tätige Liebe, die Nächstenliebe sehen.

Maria hingegen verkörpert die Gottesliebe, die wir durch Beten, durch das Betrachten der Bibeltexte und die innere Aufmerksamkeit auf die Gegenwart Jesu in unserem Leben pflegen sollen.

Maria und Marta wohnen unter einem Dach, sind Geschwister, was uns zeigen soll, dass beide Aspekte der Liebe zu unserem Christsein dazugehören und sich ergänzen.

Wenn Jesus nun sagt, dass Maria den besseren Teil gewählt hat, dann bedeutet es für mich persönlich, dass purer Aktivismus, ohne die Rückbindung an Jesus, ohne die unbedingte Gottesliebe nicht trägt.

Marta hatte Jesus zwar als Gast aufgenommen und bedient, aber ganz nach ihren eigenen Vorstellungen, ohne zu fragen, was Jesus eigentlich wollte.

Und ist das nicht oft auch unser Problem? Wir haben bestimmte Vorstellungen und Ideen, die wir unbedingt durchsetzen wollen, weil wir der festen Meinung sind, dass Gott damit zufrieden sein wird. Aber beten wir vorher? Gehen wir zu Jesus und fragen ihn im Gebet, was Er wirklich von uns möchte?  Maria hat das Bessere gewählt, weil sie zu Füßen Jesu saß und auf Ihn hörte – Ihm zuhörte, Ihm ihre Zeit schenkte.

Wenn ich bei der Eucharistischen Anbetung vor Jesus, vor dem Allerheiligsten knien und beten darf, dann fühle ich mich oft wie Maria von Bethanien. Denn beten ist nicht nur reden, sondern auch in der Stille zuhören, was Jesus mir sagen möchte.

Dort bei Jesus hole ich mir im Gebet auch die Kraft und Inspiration, um den Bewohnern der Seniorenheime, den Trauernden oder auch den Schüler/innen und Kommunionkindern zu begegnen, ihnen von Jesus zu erzählen und Ihn so zu bezeugen.

Ich freue mich, dass ich in St. Gereon, Giesenkirchen wöchentlich die Möglichkeit habe, in Gemeinschaft mit anderen Mitbetern und Mitbeterinnen Jesus real gegenwärtig zu begegnen und zu beten. Diese Nähe zu Jesus empfinde ich als großes Geschenk.

Nicht nur die Gemeinschaft mit Jesus und die Gebetsgemeinschaft mit den anderen Mitbetern und Mitbeterinnen ist großartig, sondern auch die musikalische Unterstützung, die wir dabei erleben dürfen.

Immer am 2. und 4. Dienstag im Monat unterstützt uns Sabine Bromenne aus Schelsen bei der Eucharistischen Anbetung mit ihrem Saxophon oder mit ihrer Klarinette und ganz wunderbarer Musik. Das ist ein großartiges Erlebnis.

Über weitere musikalische Unterstützung würden wir uns natürlich ebenfalls freuen.

Falls Sie Musiker/in oder Sänger/in sind und eine Stunde bei Jesus verbringen möchten, melden Sie sich gerne bei mir. Mail: sylke.seefeldt@bistum-aachen.de

Nehmen Sie die Einladung Jesu an, kommen Sie zu Ihm und bringen Sie im Gebet alles zu Jesus, was Sie belastet, wofür Sie danken möchten, oder worauf Sie eine Antwort benötigen.

Eucharistische Anbetung:
dienstags von 18.00 – ca. 19.15 Uhr in St. Gereon, Konstantinplatz, Giesenkirchen

Herzlichst, Ihre Gemeindereferentin Sylke Seefeldt


Foto: St. Gereon: A. Seefeldt
Foto Titel: Herzjesufest 2019, Gemeinschaft Loretto, mit freundlicher Genehmigung