2022-03-02 | Umkehr und Versöhnung

Als wir Ende Januar die Gebetstage für das erste Halbjahr 2022 planten, war bald klar, dass im März das Thema Umkehr und Versöhnung dran ist – passend zur österlichen Bußzeit. Niemand von uns hat damals geahnt, dass Anfang März 2022 Krieg herrscht in Europa; quasi vor unserer Haustür. Die Realität hat uns alle eingeholt.

Die Medien sind voll von Berichten über skrupellose Aggressoren und tapfere Verteidiger. Ein Diktator und seine Schergen gegen den Rest der Welt.
Wir schauen via Medien entsetzt und gebannt zu, wie Städte bombardiert und Entscheidungen gefällt werden, die vor einer Woche noch undenkbar schienen. Wirtschaftssanktionen, Molotow-Cocktails, Raketenlieferungen… Es herrscht seltene Einmütigkeit, dass dies nun die gebotenen Mittel sind im Kampf für Frieden, Freiheit und Demokratie.
Von Umkehr und Versöhnung zu sprechen, passt gerade wie die Faust aufs Auge.

Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt das Recht auf Selbstverteidigung und Bedingungen für den Einsatz von Waffen (KKK 2302-2317).

Wir leiden mit den Betroffenen, wir beten und sammeln Spenden, z. B. hier und hier. Wir hoffen auf ein schnelles Ende des Krieges und einen gerechten Frieden.
Und wir hoffen, dass wir und unsere Lieben verschont bleiben werden von Krieg und Gewalt.
Aber sind wir wirklich „sicher“?
Der Krieg wütet (noch) vor unserer Haustür, aber die Neigung zum Bösen haben wir alle in uns. (vgl. Mk 7,21-23a)

In Gaudium et spes * heißt es: Insofern die Menschen Sünder sind, droht ihnen die Gefahr des Krieges, und sie wird ihnen drohen bis zur Ankunft Christi. Soweit aber die Menschen sich in Liebe vereinen und so die Sünde überwinden, überwinden sie auch die Gewaltsamkeit, bis sich einmal die Worte erfüllen: ‚Zu Pflügen schmieden sie ihre Schwerter um, zu Winzermessern ihre Lanzen. Kein Volk zückt mehr gegen das andere das Schwert. Das Kriegshandwerk gibt es nicht mehr‘ (Jes 2,4).

Wir beten heute mit Papst Franziskus und unzähligen Menschen weltweit für den Frieden –
und am 12. März von 9:30-19:30 Uhr in St. Joachim, Düren-Nord.

Frieden: Umkehr und Versöhnung… sind nicht nur herausfordernd für Kriegsparteien, sondern für jeden Menschen. Wir alle haben Umkehr und Versöhnung nötig; immer wieder.
Was für ein wunderbarer Trost in all dem Elend miteinander und mit uns selbst, dass wir einen liebenden Vater im Himmel haben, der uns mit offenen Armen entgegengeht!

Weiterführende Gedanken dazu und Anregungen für die Fastenzeit finden Sie hier.

Hier weitere Gebete für den Frieden,

und hier Infos zum Gebetstag und die Möglichkeit, Gebetsanliegen zu teilen.


Gaudium et spes (GS) 78,6
Bild: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (Rembrandt van Rijn)
via wikicommons