2022-01-22 | Lebendige Sehnsucht als Weg zur Einheit

Das Motto der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen lässt mein Herz freudig höher schlagen.

Als großer Freund orientalischer Kultur hat mich mein Weg als Priester sehr früh in Verbindung gebracht mit der Spiritualität der Ostkirchen. Ich verdanke ihr viel für meine Beziehung zur Liturgie und vor allem zu Christus, der gerade in der Liturgie aufstrahlen und zur Anbetung führen will.

Angesichts der Glaubenskrise in der römisch katholischen Kirche in Europa wird mir um so schmerzlicher immer wieder die Spaltung in Ost und West schmerzlich bewusst – manchmal schon habe ich Anwandlungen gehabt, „zu den Orthodoxen“ wechseln zu wollen.

Ich denke, es wird wohl aufgrund der vielfältigen kulturellen Prägungen und Unterschiede und aufgrund unserer Sünde immer Trennung und Spaltung bestehen.

Doch solange in unseren Herzen die lebendige Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit mit Jesus Christus wächst und immer leuchtender wird, kann in unserem Inneren bereits jene Einheit wachsen, die allein der Herr, wenn, wann und wie er will, zur äußeren sichtbaren Einheit der Kirche führen wird. Möge die Herrlichkeit Jesu Christi in unseren Herzen aufscheinen!

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die Du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind.
(Joh 17,22)

Pfr. J. Schwarzmüller


Gott ruft Sein Volk zusammen, rings auf dem Erdenrund,
eint uns in Christi Namen zu einem neuen Bund.
Wir sind des Herrn Gemeinde und feiern Seinen Tod.
In uns lebt, der uns einte; Er bricht mit uns das Brot.

In göttlichem Erbarmen liebt Christus alle gleich,
die Reichen und die Armen beruft Er in sein Reich.
Als Schwestern und als Brüder sind wir uns nicht mehr fern:
ein Leib und viele Glieder, in Christus, unserm Herrn.

Neu schafft des Geistes Wehen das Angesicht der Welt
und lässt ein Volk erstehen, das Er sich auserwählt.
Hilf, Gott, dass einig werde Dein Volk in dieser Zeit:
ein Hirt und eine Herde, vereint in Ewigkeit.

(Friedrich Dörr)