2021-02-27 | das Christliche Menschenbild – die Hoffnung

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Das Christliche Menschenbild   Teil 4           

Paulus nennt im Brief an die Römer den Grund unserer Hoffnung:
Wir wissen, dass Gott bei denen, die Ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach Seinem ewigen Plan berufen sind;  denn alle, die Er im voraus erkannt hat, hat Er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt Seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei. Die aber, die Er im voraus bestimmt hat, hat Er auch berufen, und die Er berufen hat, hat Er auch gerecht gemacht; die Er aber gerecht gemacht hat, die hat Er auch verherrlicht.“
(Röm 8,28-30)

Viele Menschen unserer Tage setzen ihre Hoffnung auf materiellen Luxus, beruflichen Erfolg, rauschende Feste oder auch großartige Reisen. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn das Geld knapp wird, die Karriere verpasst wird, die Feste langweilig sind und die Reise chaotisch endet. Wenn man in den materiellen Gütern ein dauerhaftes Glück, einen erfüllenden Sinn und eine ungetrübte Freude sucht, dann ist der Mensch auf einem falschen Weg. Das Paradies auf Erden wird es so nie geben.

Politische Propheten – von Stalin über Hitler und Mao – haben falsche Ziele für die menschliche Hoffnung versprochen und letztlich Millionen gutgläubiger Frauen und Männer verführt und ausgenutzt, belogen und betrogen. Wenn Gott geleugnet wird, fehlt nicht nur der Glaube, es fehlt auch eine feste Hoffnung. Die Heidenangst ist ein Phänomen unserer Zeit; sie macht viele unglücklich.

Zwei Sackgassen werden heute gewählt, wenn die christliche Hoffnung fehlt:
1. Die Verzweiflung. Alles ist schlecht; nichts gelingt; freudlos und wie gelähmt verbringt der Verzweifelte seine Tage.
2. Die Überheblichkeit. Überzeugt vom eigenen Wissen und Können hält der Stolze es für unnötig, zu hoffen, denn er meint, dass er alles selbst kann.

In der Enzyklika SPE SALVI – Hoffnung auf das Heil – nennt Papst Benedikt XVI. Lern- und Übungsorte der Hoffnung:
„Ein erster wesentlicher Lernort der Hoffnung ist das Gebet. Wenn niemand mehr mir zuhört, hört Gott immer noch zu.“ –  Wenn ich dem Gebet an jedem Tag eine feste Zeit widme, 15 Minuten oder besser 30 Minuten, dann kann mir Gott in dieser Zeit viel mitteilen, mich stärken in meiner Hoffnung.
„Alles ernsthafte und rechte Tun des Menschen ist Hoffnung im Vollzug.“ – Die Zeit, die Gott mir schenkt, setze ich ein, um zu arbeiten und somit zu dienen. Die mir gestellten Aufgaben packe ich an und bringe sie voran.
Auch das Leid ist ein Lernort für die christliche Hoffnung. „Nicht die Vermeidung des Leidens, nicht die Flucht vor dem Leiden heilt den Menschen, sondern die Fähigkeit, das Leiden anzunehmen und in ihm zu reifen, in ihm Sinn zu finden durch die Vereinigung mit Christus, der mit unendlicher Liebe gelitten hat.“ 

Herr, vermehre unseren Glauben, stärke unsere Hoffnung, entzünde unsere Liebe.


Foto: Rommel Diaz, pixabay