2020-09-06 | Engel – Papst Gregor der Große – Maria – und unsere Zeit

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mit der Kirche schauen wir in diesem Monat ganz besonders auf die Engel.
Im Jahr 590 brachte eine Überschwemmungskatastrophe Tod und Elend über die Stadt Rom mit einer darauf folgenden Pestseuche. Dieser fiel auch Papst Pelagius II. zum Opfer und man suchte den Mönch Gregor als Nachfolger zu wählen.
Der jedoch wollte sich – seiner eigenen Schilderung zufolge – dem entziehen und ließ sich verkleidet – in einem Fass verborgen – auf einem Ochsenkarren aus der Stadt bringen. Jedoch führte eine Lichtsäule mit daran auf- und niedersteigenden Engeln zu seiner Entdeckung.
Am 3. September übernahm Gregor schließlich das Amt als der erste Mönch auf dem Stuhl Petri.

Beachtenswert erscheint mir an dieser Überlieferung die Parallele z. B. zum Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, als Gott nachts in einer Feuersäule vor ihnen herzog und den Weg wies. Im o. g. Beispiel ist das Licht selber der Halt für die Engel. Gott zeigt sich also als Dreh-und Angelpunkt und als das Licht der Wahrheit, als leuchtendes Zeichen füe Seinen Willen.

Papst Gregor der Große hatte offenbar eine besondere Beziehung zu Engeln. So lesen wir im ökumenischen Heiligenlexikon: Er ließ nach Pestausbrüchen im Jahr „590 ein Bild der Maria einer Prozession vorantragen, hörte Engel das Regina coeli singen, fügte eine Strophe hinzu und sah einen Engel auf dem Hadriansgrabmal das blutige Schwert in die Scheide stecken – Zeichen der beendeten Seuchen; von da an soll man das Bauwerk Engelsburg genannt haben.

Mich bewegt an dieser Darstellung, dass Papst Gregor I. in der gefahrvollen Pestsituation auf Maria vertraute und sie in Gestalt ihres Bildnisses durch die Straßen tragen ließ. Damit verbinden sich für mich mutmachende und frohe Gedanken, wenn wir im November die Fatima-Madonna – von Papst Paul VI. für Deutschland geweiht – bei uns in Thüringen zu Gast haben dürfen.
Dazu mehr in einem nachfolgenden Newsletter.

Gedanken zu der uns gegebenen Mutter Maria und zum Gebet möchten wir ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle mit Euch teilen. Und zwar aus dem nicht alltäglichen Blickwinkel der Sprachentwicklung heraus.

Bis dahin verbunden im Gebet – auch um eine vertiefte Beziehung zu den heiligen Engeln und den Heiligen, die unserer Zeit vieles zu sagen und zu erbitten vermögen.

R. Kümpel – CiM Erfurt


Foto: Statue des Erzengels Michael auf der Engelsburg in Rom: ptra, Pixabay