2020-07-25 | Gebetskreiskonferenz 2019

Posted on

Meinen Wunsch, Ende 2019 zur Gebetskreiskonferenz der Loretto-Gemeinschaft in Linz (Österreich) zu fahren, habe ihn erst IHM – Gott – im Stillen hingehalten. Gerne wäre ich auch die Woche zuvor zum Adoratio-Kongress in Altötting mitgefahren, aber beides ging nicht. Warum also zur Gebetskreis-Konferenz? Weil ich schon im Sommer im Loretto-Zentrum in Wien, im Home in der Operngasse war, sowie im September zu Besuch in der Home Mission Base in Salzburg. Beides sehr faszinierende Orte mit Keimzellen von Jüngerschaft.
Da Loretto auf landesweiten Gebetskreisen aufbaut, war es für mich nun interessant, diese Gebetskreise einmal näher in den Blick zu nehmen, auch mit der eigenen Erfahrung aus zwei Gebetskreisen in Aachen. Vielleicht könnte ich dort neue Impulse empfangen, die ich daheim in Aachen einbringen könnte. Nun bekam ich das „Go“ vom Herrn, da alle Vorbereitungen reibungslos verliefen. Ich hatte also Urlaub, Bahntickets und Unterkünfte.
Samstag früh am 23.11.2019 bin ich von meinem Basiscamp in München aufgebrochen und zum Ostbahnhof geradelt. Dort angekommen hieß es auf der Anzeige: Zug hält heute nicht in München-Ost. Fehlstart. Nächster Zug. Herrliches Morgenrot nach trüben Tagen zuvor. Ein Abteil weiter sitzen zwei gut gestylte junge Frauen Anfang 20 und unterhalten sich angeregt. Eine legt zwischendurch noch Wimperntusche auf – perfekt für eine Party.

Interessanterweise treffe ich beide später bei der Gebetskreis-Konferenz wieder, wo etwa 80% der ca. 300 Teilnehmer unter 25 sind. Hier ist Kirche jung, sehr jung, und gut gestylt. Mein junger AirBNB-Vermieter wartet trotz Verspätung geduldig auf mich und wir unterhalten uns lässig auf englisch bis er irgendwann meint, wir könnten auch zu deutsch wechseln.
Ich fahre mit der Tram zum „u\hof:“, wo der Event stattfinden soll, doch ich sehe Nichts und Niemanden. Ich sage: Herr, zeige es mir! Dann sehe ich das Schild „Ursulinensaal“ und nehme die Treppen in die 2. Etage. Et voilà, da sind sie plötzlich, die Banner, Rollups und Poster von Loretto. Angekommen.
Den morgendlichen Lobpreis hatte ich verpasst und Veronika Lohmer vom Gebetshaus Augsburg hatte ihren Vortrag gerade begonnen. Ich bekam mein Bändchen und ging in den dunklen Saal, wo alle ganz aufmerksam dem Vortrag lauschten, auch die Kinder auf dem Boden an der Wand, zu denen ich mich gesellte. Erstaunlicherweise ging es beim sehr lebendigen Vortrag von Veronika nicht so sehr um Lobpreis an sich, sonderen um ihre persönliche Beziehung zu Jesus durch den Lobpreis. Das hören Sie sich aber besser selbst an: Hier geht es zu ihrem Vortrag „Das große Why – Warum Lobpreis, Warum Gebet?“:

An beiden Tagen gab es eine Hl. Messe, natürlich mit Lobpreis. Hierbei zeigt sich, dass Loretto ganz tief katholisch ist, auch wenn sie gerne frische Elemente aus den Freikirchen übernehmen, wenn sie denn hilfreich sind, eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen. Den initialen Lobpreis am Samstag Morgen gibt es übrigens hier zum Nachhören:

Dann war eine längere Mittagspause angesetzt, in der alle in die Linzer Altstadt ausschwärmen sollten, um etwas Essbares zu finden. Auf dem Weg hinaus fragte ich eine Gruppe, ob ich mitkommen könne. Es ware eine Loretto-Gebetsgruppe aus dem Linzer Umland. Wir gingen in eine Pizzeria mit gigantisch großen Pizzen. Dabei gab es einen schönen Austausch über Gebetskreise. Die Linzer waren sichtlich überrascht, dass da einer extra fast vom Polarkreis (Aachen) zu einem christlichen Treffen in Linz kommt. Ich habe dann erklärt, dass Loretto durch seine Medienarbeit selbst noch in Kiel verfolgt wird.
Nach dem Essen gab es einen recht praktischen Vortrag von Christian Heidenbauer zum Thema „Ganz praktisch – Deine Situation vor Ort“. Hier ging es um die Frage: Wie wird die Lobpreiszeit besser – spirituel wie musikalisch. Auch die Rolle des Lobpreisleiters wurde thematisiert. Im Anschluß folgten die Workshops. Leider konnte man nur zwei Workshops nacheinander besuchen. Ich war zuerst beim Gründer der Gemeinschaft, Georg Mayr-Melnhof, der darüber sprach, was einen guten (Gebetskreis-)Leiter ausmacht. Auf einem Lesezeichen hatte er alle wichtigen Aspekte in Stichworten kompiliert und seinen Vortrag anhand der Reihenfolge aufgebaut:

  1. Leidenschaft für Jesus (Heiliges Leben, stille Zeit, Wort Gottes)
  2. Leidenschaft für Menschen (sie suchen, sie lieben, ihnen dienen)
  3. Ermutigung (Honouring Kultur, brüderliche Korrektur)
  4. Leitung mit Team (Apostel, Evangelist, Lehrer, Hirte, Prophet)
  5. Fokus auf das „Wir“ (All about friendship, Vernetzung)
  6. Verantwortung übernehmen (Geh voran)
  7. Blick für neue Leiter (in junge Leiter investieren, Delegation)
  8. Work-Ministry-Balance (ausgewogene Balance, Sport, nein sagen können)
  9. Du als Visitenkarte (Vorbild, Zeugnis, gute alte Tugenden)

Danach folgte der Workshop von Maximilian Oettingen zum Thema „In welcher Phase ist mein Gebetskreis?“. Ein Gebetskreis ist etwas hoch Dynamisches! Auf der einen Seite gibt es offene Türen und ein Willkomen für alle. Durch Lobpreis, Katechese und Anbetung werden Menschen zu Jüngern geformt. Und auf der anderen Seite werden sie in die Welt gesandt … z.B. um einen neuen Gebetskreis zu gründen.

  1. Phase der Gründung. Sie beginnt damit, dass Freunde mit diesem Herzensanliegen im Verborgenen dafür beten. So wird der Gebetskreis wie ein Baum am Wasser gepflanzt sein. Wichtig: Gebetskreis als Ort des Wohlfühlens schaffen.
  2. Sammel-Phase. Jesus fragen: Wieviel Menschen sollen kommen? Bei kritischer Größe: Leute aus dem engeren Kreis entsenden für neue Gebetskreise.
  3. Zündungs-Phase. Zeit der Expansion mittels Schneeballeffekt: Freunde laden Freunde ein.
  4. Zurüstung. Durch Jüngerschaftsschulen, Lehre, Kleingruppen (HG’s – Hausgemeinschaften)
  5. Sendung. Zugerüstete Christen verlassen den Gebetskreis und gründen neue Gebetskreise.

Nach dem Abendessen gab es einen Abend des Heiligen Geistes: Eine gemeinsame Zeit für die Kontaktaufnahme und für das Sich-erfüllen-lassen von Ihm, unterstützt natürlich mit Lobpreis. Vollgetankt ging es dann zurück ins Quartier, wo ich müde aber erfüllt schnell eingeschlafen bin. Am Sonntagmorgen weckte mich der Herr – mein Smartphone-Wecker blieb sprachlos, da der Akku leer gelaufen war. Obwohl zu spät dran, war Zeit für ein flottes Frühstück und dann kam auch sofort die Tram in die City. Da war ich dann eine halbe Stunde zu früh! So geht Timing mit dem Herrn!
Also habe ich mir noch geschwind den Mariendom in Linz angesehen. Ein imposantes gotisches Bauwerk. Gerade wurde darin die Hl. Messe gefeiert. Mit ca. 25 Personen wirkte das schon arg verloren in dem großen Raum.
Angekommen bei der Loretto-Konferenz begann der Tag mit dem Sonntagsgottesdienst. Dann folgte der letzte große Vortrag – von Maximilian Oettingen. Thema „Ein Herz wie David“: Sich insbesondere als Gebetskreisleiter aber auch als Lobpreiser & Anbeter von König David anleiten und inspirieren lassen von seinem Umgang mit Gott:

Mit Lobpreis endete dann die Gebetskreiskonferenz. Spontan kam ein „Schade, schon vorbei“ in mir hoch. So freue ich mich schon auf neue Events von Loretto.

Mehr Infos zur Loretto-Gemeinschaft gibt es hier: loretto.at/

Titel-Foto: Loretto Gemeinschaft, mit freundlicher Genehmigung