2020-06-29 | Petrus

Posted on
https://pixabay.com/de/photos/vatikan-rom-katholisch-architektur-1265929/

Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16, 18-19)

Mit diesen Worten hat Jesus den Simon zum Haupt Seiner Kirche bestimmt. Petrus wurde nicht auserwählt, weil er besonders intelligent oder reich an Verdiensten war. Aus den Evangelien wissen wir, dass Petrus seinen Herrn sogar dreimal verleugnet hat. Aber wir erfahren auch, dass er nach diesem Verrat bitterlich weinte und von Herzen bereute. Die vielen guten Werke des Apostels Petrus, seine missionarische Wirksamkeit und die Kraft, die er der entstehenden Kirche geben konnte, sind vor allem Geschenke des Heiligen Geistes. Und mit der göttlichen Gnade hat Petrus seiner Berufung als Haupt der Kirche bis zu seinem Tod als Märtyrer im Jahre 67 sein ganzes Leben gewidmet.

Auf die dreimalige Frage des auferstandenen Jesus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? antwortet Petrus: Herr, Du weißt alles; Du weißt, dass ich Dich liebhabe. Und Jesus gibt ihm den Auftrag: Weide meine Schafe! (aus Joh 21, 15-23)

Jesus hat damit Petrus erneut zum ersten Papst ernannt und alle folgenden Päpste sind in diesem Auftrag Jesu mit gemeint.

Die Antwort des Petrus ist für uns alle ein besonders schönes Gebet, das wir oft an jedem Tag beten können: Herr, Du weißt alles; Du weißt, dass ich Dich liebhabe.

Und der hl. Petrus hat uns noch weitere wichtige Stoßgebete hinterlassen: Herr, rette mich! (Mt 14, 29) ruft – oder schreit – Petrus, als er auf dem See hin zu Jesus ging, bei heftigem Wind plötzlich zweifelte und begann unterzugehen.
In Cäsarea Philippi, ganz im Norden des Heiligen Landes, schenkte Petrus uns ein weiteres Gebet: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. (Mt 16,16)

Es ist sehr sympathisch, auch von den Schwächen des Apostelfürsten zu erfahren: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? (Mt 18, 21) Offensichtlich hat Petrus noch nicht erfasst, dass unser Vergeben so grenzenlos sein soll wie die Vergebung, die Gott uns schenkt.

Ebenso menschlich ist die Frage des Petrus an Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind Dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? (Mt 19, 27) Scheinbar überschätzt Petrus sein eigene Hingabe, möchte dafür einen guten Lohn und sieht noch nicht, dass das Zusammenleben mit Jesus ein besonderes Geschenk und schon zu seinen Lebzeiten ein reichlicher Lohn ist.

Es fällt dem hl. Petrus nicht schwer, anzuerkennen, das der hl. Paulus besonders intelligent und gelehrt ist: Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben; es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen. (2 Petr  3, 15-16)


Herr, Du weißt alles; Du weißt, dass ich Dich liebhabe.

Herr, rette mich!

Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.


Foto: Petersplatz, Rom; Bohemidan auf Pixabay