2020-06-29 | Paulus

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In der Apostelgeschichte erfahren wir von der Bekehrung des Saulus: Saulus wütete immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. … Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. (Apg 9, 1-5)

Jesus spricht den Saulus an. In einem Moment findet diese Bekehrung statt; aus Saulus wird Paulus. Von da an verkündet er das Evangelium mit großer Leidenschaft und Begeisterung. Die ersten Christen sind erstaunt und können zunächst nicht glauben, dass jener Saulus, der sie bisher grausam verfolgt hat, nun auch ein Jünger Jesu ist. Schon in Damaskus verkündet er Jesus: Er ist der Sohn Gottes. (Apg 9, 20)

Bei der Steinigung des Stephanus war dieser Saulus zugegen. Viele Christen hat Saulus ins Gefängnis gebracht und vermutlich auch dem Tod ausgeliefert. Aber Gott wählt zu allen Zeiten, diejenigen zu Seinen Zeugen aus, die besonders geeignet sind. Von Petrus hören wir: Wahrhaftig! Jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass Ihm in jedem Volk willkommen ist, wer Ihn fürchtet und tut, was recht ist. (Apg 10, 34-35)

Paulus ist in Tarsus in der heutigen Türkei geboren. Wie sein Vater war er von Beruf Zeltmacher. Und wie sein Vater wurde Paulus auch Pharisäer. Er erhielt eine sehr gründliche theologische Ausbildung.

Von Jesus erhält Paulus seinen Auftrag: Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wieviel er für meinen Namen leiden muss. (Apg 9, 15-16)

Die Missionsreisen des Apostels Paulus haben dazu beigetragen, dass sich der christliche Glaube sehr schnell in vielen Mittelmeerländern ausbreiten konnte. So nennt man Paulus auch Apostel der Heiden und Lehrer der Völker. Bei seiner letzten großen Reise wird er nach Rom gebracht, wo er – wie Petrus – im Jahre 67 als Märtyrer stirbt.

Von Paulus haben wir das Hohelied der Liebe – ein Programm für das christliche Leben:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. (1 Kor 13, 4-8)

Die vielen Briefe des hl. Paulus und die Berichte über seine Missionsreisen in der Apostelgeschichte sind eine Quelle für die Verkündigung des Glaubens seit der Zeit der ersten Christen – auch gerade in unserer heutigen Welt. So schreibt auch an uns der hl. Paulus:

Gott aber hat Seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5, 8)

Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit Ihm leben werden.(Röm 6, 8)

Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber. (2 Kor 9, 6-7)

Ich danke meinem Gott jedesmal, wenn ich an euch denke; immer, wenn ich für euch alle bete, tue ich es mit Freude und danke Gott dafür, dass ihr euch gemeinsam für das Evangelium eingesetzt habe vom ersten Tag an bis jetzt. (Phil 1, 3-5)


Foto: Basilika St. Paul vor den Mauern, Rom; Dorothée Quennesson auf Pixabay