2020-06-05 | Bonifatius – Apostel der Deutschen

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Ewiger Gott,
Zuflucht und Hilfe all Deiner Kinder,
   wir preisen Dich für alles, was Du uns gegeben hast,
   für alles, was Du für uns getan hast,
   für alles, was Du für uns bist.
In unserer Schwäche bist Du unsere Kraft;
   in unserer Finsternis bist Du unser Licht;
   in unserm Kummer bist Du unser Trost und unser Friede.
Wir können Deine Gnade nicht messen.
Wir können Deine Liebe nicht loten.
Sei gesegnet für all Deinen Segen.
Lass uns so leben, als seien wir bei Dir,
   und die Dinge lieben, die Du liebst,
   und Dir in unserem täglichen Leben dienen
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
(dem hl. Bonifatius zugeschrieben)

         Am 5. Juni feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Bonifatius. Dieser Heilige wird als der Apostel der Deutschen verehrt. 672 oder 673 wurde in der Nähe des Klosters Exeter in der Grafschaft Wessex in Südengland geboren. Sein Name lautete zunächst Winfried, was „Freund des Friedens“ bedeutet. Papst Gregor II. gab ihm während eines Besuchs in Rom den Namen Bonifatius, übersetzt „Guttäter“, oder Wohltäter. Nach einer sehr gründlichen Ausbildung als Benediktiner im Kloster Nursling wurde er mit etwa dreißig Jahren zum Priester geweiht.

         Nach sehr erfolgreichen Jahren als theologischer Lehrer wurde ihm von seinem Abt im Jahr 716 erlaubt, nach Friesland zu reisen, um dort das Evangelium zu verkünden. Seine Missionsversuche waren ziemlich erfolglos und schon nach wenigen Monaten kehrte er nach England zurück. Dort wollten ihn seine Mitbrüder halten und wählten ihn 717 zum Abt von Nursling.

Winfried Bonifatius war damit nicht zufrieden und erhielt die Erlaubnis, die Abtswürde niederzulegen und schon 718 für immer England zu verlassen, um bis zu seinem Tod im Jahre 754 als Missionar in Friesland, in Thüringen, in Sachsen, in Hessen, in Bayern ……. den christlichen Glauben zu predigen.

         Immer suchte der Hl. Bonifatius die enge Verbindung mit dem Papst in Rom. 719 begegnete er Papst Gregor II., der ihm den Auftrag zur Heidenmission erteilte. Der Papst ermahnte zur besonderen Treue zur Lehre der Kirche und bat ihn darum, regelmäßig über seine Tätigkeit nach Rom zu berichten.

         Im Jahr 722 war Bonifatius auf besondere Einladung von Papst Gregor II. erneut in Rom. Der Papst weihte ihn zum Bischof ohne festen Bischofssitz. Alle Gebiete rechts des Rheins gehörten zu seinem Bistum.

         Bei der Hessenmission kam es zu einem besonderen Ereignis: die Menschen verehrten den germanischen Götzen Thor bei Fritzlar in einer großen Eiche, obwohl einige von ihnen bereits dem christlichen Glauben folgten. Ohne zu zögern, legte Bonifatius im Jahr 723 selbst die Axt an diesen Baum, um ihn zu fällen. Die Hessen sollten erkennen, dass nicht heidnische Götzen, sondern der christliche Gott anzubeten ist.  Die Legende berichtet, dass der Baum schon beim ersten Schlag des Bonifatius umfiel und in viele Teile gespalten wurde. Dieses Wunder habe viele der Anwesenden zur Bekehrung geführt. Aus dem Holz der Eiche wurde eine dem hl. Petrus geweihte Kapelle errichtet.

         Ein dritter sehr langer Romaufenthalt folgte 737/738. Papst Gregor III. gewährte Bonifatius besondere Privilegien und ernannte ihn zum päpstlichen Legaten (Gesandten), der sich der Probleme in den Bistümer dieses Missionsgebietes annehmen sollte. In dieser Funktion besetzte er mehrere Bischofssitze mit geeigneten Kandidaten. Im Auftrag von Papst Zacharias berief Bonifatius im April 742 eine Synode deutscher Bischöfe ein, um ein umfassendes Reformprogramm in die Wege zu leiten. Über diese erste Synode berichtet Bonifatius dem Papst: „Wir haben das Bekenntnis abgelegt, dass wir am katholischen Glauben, an der Einheit und an der Unterordnung unter die römische Kirche festhalten wollen bis ans Ende unseres Lebens, dass wir dem heiligen Petrus und seinem Stellvertreter untertan sein wollen.“ In persönlichen Worten an Papst Zacharias erwähnt Bonifatius, dass er immer alles, was ihm an Freudigem und Traurigem wiederfahren sei, dem Heiligen Vater mitgeteilt habe, „um bei erfreulichen Dingen Gott zu loben, bei traurigen mich an seinem Rat zu stärken.“

         Mit etwa 80 Jahren unternahm der inzwischen zum Erzbischof von Mainz ernannte Bonifatius eine letzte Reise nach Friesland. Am 5. Juni 754 wollte er in Dokkum/ Friesland einigen Neugetauften das Sakrament der Firmung spenden. Eine große Gruppe von Heiden überfiel den Gottesdienst und tötete Bonifatius sowie die Bischöfe Eoban und Athalarius und 52 weitere Christen.

         Bonifatius leistete in seinem Martyrium keinen Widerstand, er nahm den Tod an – wie Jesus Christus am Kreuz und Stephanus bei seiner Steinigung. Sein Zeugnis, seine Arbeit als Missionar und sein Martyrium sind ganz wesentliche Fundamente für die Kirche in Deutschland. Auch können wir in ihm ein Vorbild und einen Fürsprecher für die Katholischen Kirche in unserem Land anrufen.

         Heiliger Bonifatius, bitte für uns!


Foto: Denkmal des hl. Bonifatius in Fulda, Frank P. auf Pixabay