2020-05-09 | eine besondere Erstkommunion am 1. Mai 2020

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Am 1. Mai die erste real mitgefeierte Heilige Messe nach 45 Tagen …..

In der Corona-Zeit habe ich viel gelernt und positiv erfahren. In den Wochen ohne öffentlich zugängliche Gottesdienste haben wir den Tag jeweils um 8.00 Uhr mit der Hl. Messe im Kölner Dom begonnen. Vorher hatten wir noch nie eine übertragene Hl. Messe intensiv mitgefeiert. Eine Kerze neben dem Fernsehbildschirm, eine kleine Marienfigur und ein Kreuz waren dabei kleine Hilfen. Wir beteten die Texte und sangen alle Lieder mit, durch eine Geistige Kommunion in dem Moment, in dem der Priester kommunizierte, erfuhren wir reiche Gnaden. Selten haben wir die Wochen vor Ostern, die Ostertage und die Wochen seit Ostern so intensiv betend erlebt.

Ganz aufgeregt fuhren wir am 1. Mai 2020 zur Kirche St. Peter in Zülpich; angekündigt war eine Hl. Messe um 18.30 Uhr. Ausgestattet mit Mund-Nasen-Maske konnten wir eine Erstkommunion ganz besonderer Art feiern. Die Kirche in wunderbarem Blumenschmuck, der Organist als Solosänger, Weihrauch und viele brennende Kerzen, jede zweite Bankreihe je zur Hälfte für eine Person oder eine Familie freigegeben und kleine Vasen mit Tulpen in den anderen Bankreihen. Die beiden Zelebranten sichtlich bewegt – ebenso auch die anderen Gläubigen. Herzklopfen und einige Tränen. Danke, danke, danke – in der ganzen Messfeier und besonders beim Empfang der Kommunion – mit großem Abstand und ohne Worte.

Wie schön wäre es, wenn viele unserer Angehörigen und Freunde, ja alle, die den großen Hunger nach dem Empfang des Leibes Christi spüren, bald eine ähnliche Erfahrung machen können.

Ja, es gibt wieder öffentliche Gottesdienste. Bei Einhaltung vieler kleiner Vorschriften können wir die Hl. Messe real mitfeiern und die Heilige Kommunion empfangen. Gerne nehmen wir alles in Kauf: die Sicherheitsabstände, die Gesichtsmasken, die getrennten Ein- und Ausgangswege, den Verzicht auf das Mitsingen und den Handschlag zum Friedensgruß, die Kollekte am Ausgang… wenn wir nur die Hl. Messe wieder leibhaftig miterleben können.

Um meinen Nächsten zu schützen nehme ich das alles mit Humor und Gelassenheit auf mich: „Für Dich habe ich auch an 45 Tagen die Mitfeier der Hl. Messe per Fernsehgerät akzeptiert. Für Dich befolge ich die Anweisungen meines Bischofs.“ Und wenn wir uns alle an die Spielregeln halten, dann ist die Infektionsgefahr sehr gering.

Wie schön ist es, katholisch zu sein und das Leben mit dem Sakrament der Eucharistie als täglichen Höhepunkt zu erfahren.


Foto: David Eucaristía auf Pixabay