2020-03-28 | Geistige Kommunion

„Ich möchte Dich empfangen, mein Jesus …

In diesen Tagen werden in unseren Pfarrgemeinden keine öffentlichen Hl. Messen gefeiert. Für viele Katholiken ist das ein schmerzlicher Verzicht. Wir können dadurch auch nicht den Leib Christi empfangen.

Glücklicherweise machen es die modernen Medien möglich, dass wir nicht nur die Feier der Hl. Messe am Radio hören, sondern im Fernsehen oder auf dem Computer sehen und hören.

Und bei jeder Hl. Messe ist unsere aktive Mitfeier möglich. Was kann uns helfen, ganz intensiv dabei zu sein?

  • Feiern Sie möglichst nicht allein, sondern mit anderen zusammen, mit dem Zimmernachbarn im Krankenhaus, mit allen Familienmitgliedern, …
    Das kann für alle der Höhepunkt des Tages sein. Und in dieser Zeit der vielen Sorgen können wir uns auch täglich zur Mitfeier der Hl. Messe entscheiden. Nehmen Sie sich Zeit für die Mitfeier. Und wenn Sie alleine leben, dann denken Sie an alle anderen, mit denen Sie in diesen Momenten im Gebet vereint sind.
  • Stellen Sie eine brennende Kerze, ein Kreuz oder ein Marienbild in die Nähe des Bildschirms. Ihr Wohnzimmer wird für diese Zeit so eine Art Seitenkapelle derjenigen Kirche, aus der die Hl. Messe übertragen wird.
  • Wenn Sie gesund sind, ist es angebracht, sich chic anzuziehen.
  • Meistens werden die Lieder angezeigt, die während der gesendeten Messfeier gesungen werden. Nehmen Sie das Gotteslob mit und singen sie mit, antworten sie wie gewohnt und sprechen Sie auch die bekannten Gebet, besonders das Vaterunser. Wenn es möglich ist, so können Sie auch – wie immer – bei der Gabenbereitung sitzen, bei der Lesung des Evangeliums stehen, bei der Wandlung knien.
  • Beten Sie eine Geistige Kommunion, wenn der Priester kommuniziert: „Ich möchte Dich empfangen, o Herr, mit jener Reinheit, Demut und Andacht, mit der Deine heilige Mutter Dich empfing, mit dem Geist und der Inbrunst der Heiligen.“

Die Geistige Kommunion…  

…gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Thomas von Aquin betonte ihren hohen Wert: „Wenn jemand ein Sakrament dem Verlangen nach empfängt, kann er die Wirkung des Sakraments erfahren, selbst, wenn er das Sakrament nicht in Wirklichkeit empfängt.“ Gott kann jedem Gläubigen alle Gnaden der Eucharistie auf diesem Weg schenken.
Papst Franziskus bittet uns darum, die Geistige Kommunion zu beten und er zitiert den Kardinal Rafael Merry del Val: „In Erwartung des Glücks der wirklichen heiligen Kommunion möchte ich Dich geistigerweise empfangen. Komme zu mir, lieber Jesus, denn ich komme zu Dir. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich.“

Wenn dann diese Zeit der Corona-Krise überstanden ist, werden wir alle mit neuer Freude und Dankbarkeit zur Hl. Messe gehen und dann auch wieder die Eucharistie empfangen. Die Kirche betont, dass es wichtig ist, bei jedem Kommunionempfang auch gläubig und betend den Leib Christi zu empfangen. Wir glauben, dass Jesus mit seiner Gottheit und seiner Menschheit in diesem Sakrament real anwesend ist. Sagen Sie ihm dann: „Jesus, ich möchte Dich empfangen.“

Und auch, wenn wir eine Kirche oder Kapelle betreten, können wir Jesus begrüßen, der im Tabernakel zugegen ist und auf uns wartet. Ja selbst, wenn die Kirchentüren verschlossen sind, dann kann unsere Geistige Kommunion – durch die Mauern hindurch – uns mit Jesus vereinigen.


Foto: pxhere, 891165