2019-11-16 | Der Weg nach Emmaus – mitten in Berlin

„Brannte nicht das Herz in uns!“ Das sagen hoffentlich viele Teilnehmer des ersten Emmaus-Wochenendes in Deutschland, das von 8. bis 10. November in Berlin stattfand.

20 Männer im Alter von 32 bis 81 und nochmal genauso viele Helfer (wir nennen sie Pilger und Diener) trafen sich im Exerzitienhaus St Vinzenz in Berlin Schöneberg, um sich mit Jesus auf den Weg nach Emmaus zu machen.

Eine von Johannes Paul II gesegnete Fatima Madonna breitete ihren Mantel über Pilger und Diener aus und der Heilige Geist war spürbar, ob während der 48 Stunden dauernden Anbetung des Allerheiligsten, der Hl. Messen oder der Aktivitäten und Lieder.

Ich war dreimal bei einem Emmaus-Wochenende, zweimal davon in Shanghai. Einmal als Pilger und jetzt das zweite Mal als Diener. Was uns in Shanghai immer wichtig war, ist, dass wir für die Pilger viele Möglichkeiten schaffen, vom Heiligen Geist berührt zu werden. Wir zeigen Türen, öffnen sie vielleicht einen Spalt; der Pilger entscheidet selbst, ob er sie aufzieht, ob er durchgeht. Es freut mich, dass dieser Grundsatz auch in Berlin gelebt und erlebt werden konnte.

Auch ist es für mich jedesmal faszinierend zu fühlen, wie aus einer Gruppe von Männern (oder Frauen, bei Frauen Emmaus-Wochenenden), die sich noch am Freitagabend skeptisch beäugt, innerhalb von wenigen Stunden eine Gemeinschaft wird, die sich vertraut. Das kann nur der Heilige Geist bewirken.

Viel erzählen, was wir am Wochenende machen, möchte ich nicht. Das darf jeder Pilger selbst erleben. Ich versuche aber einige Hinweise zu geben:

Die Emmaus-Wochenenden entstanden vor 35 Jahren in Miami, kamen nach wenigen Jahren nach Südamerika und werden seit 2009 auch in Spanien mit dem Segen der Kirche abgehalten. Die deutsch-spanische Community in Berlin, Düsseldorf, Wiesbaden, Madrid, Barcelona, … ist dann auch der jesusverliebte Kern um Emmaus nach Deutschland zu bringen.

Emmaus-Wochenenden werden unter Verantwortung des örtlichen Pfarrers von Laien und für diese in örtlichen Pfarreien organisiert (in Berlin war es die Gemeinde St. Clemens). Sie stehen allen Konfessionen offen, Grundwissen über unseren Glauben ist natürlich von Vorteil.

Die Emmaus-Wochenenden sind ein wundervoller Weg um den Pilgern in Anlehnung an die bekannte Emmaus-Passage nach Lukas 24,13-35 eine Begegnung mit Christus zu ermöglichen. Es gibt kurze Vorträge, Gebet, Gruppenaustausch, Musik, Verinnerlichung und vor allem Glaubenszeugnisse, die zeigen, wie sich ihr Leben durch die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert hat und wie sie zur Kirche gefunden oder zurückgefunden haben.

Diese Wochenenderfahrung wird nur einmal als Pilger durchgeführt. Nach diesem Wochenende können die Pilger an wöchentlichen Treffen teilnehmen, an denen der Glaube geteilt, gemeinsam gebetet und das nächste Emmaus-Wochenende vorbereitet wird, an dem sie nun selbst als Helfer dienen können, wenn sie es wünschen.

In Spanien wird Emmaus landesweit mittlerweile in über 50 Pfarreien angeboten. An den Wochenenden nehmen zwischen 100 und 150 Menschen teil, etwa die Hälfte erstmalige „Pilger“. Mittlerweile haben diese Wochenenden zehntausende von Menschen erreicht und in unzählbaren Fällen eine lebendige, persönliche Begegnung mit der heilenden Liebe Gottes möglich gemacht.

Papst Franziskus hat Emmaus in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires kennen und schätzen gelernt. Papst emer. Benedikt XVI, dem wir über unser Vorhaben für die DACH-Region geschrieben haben, hat uns Grüße übermittelt.

Den Abschluss des Wochenendes feierten wir mit einem umwerfenden Gottesdienst in der Gemeinde St. Clemens. Eine bemerkenswerte Gemeinde, in der eine ewige Anbetung stattfindet. Wenn ihr mal in Berlin seid lohnt sich ein Besuch.

So, mehr wird nicht verraten.

Das erste Frauenwochenende wird vom 08. bis 10. Mai 2020; das nächste Männerwochenende vom 5. Bis 7. Juni 2020 am gleichen Ort stattfinden.

Anmeldung und Fragen:
Frauen: emmaus.stvinzenz.frauen[at]gmail.com
Männer: emmaus.stvinzenz.maenner[at]gmail.com
Emmaus-Hotline : 0152 221 879 08

Weitere Hinweise hier auf dieser Seite oder auf gocath.

Eugen Koch


Fotos: Eugen Koch