2019-08-14 | Mission possible

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Der Theologe, Pädagoge und Buchautor Otto Neubauer war kürzlich zu Gast an einem „Donnerstag Abend“ im Gebetshaus Augsburg und hielt dort einen Vortrag mit dem Titel: „Mission Possible“. Der Titel ist identisch zu seinem 2013 veröffentlichten (Hand-)Buch. Und er betreibt zu dem Buch auch eine Homepage: www.mission-possible.at/. Das Buch vermittelt neben Grundlagenkapiteln um praktische Tipps: Wie kann ich konkret missionieren. Dazu wird speziell in seiner Akademie für Dialog und Evangelisation in Wien ein Kurs aus 10 Einheiten à ca. 2 Stunden angeboten. Zielgruppe sind „alle jene Christen, die gerne eine missionarische Gruppe, Gemeinde, Gemeinschaft oder ein anderes kirchliches Projekt aufbauen wollen. (…) [Aus der Gruppe sollten] mindestens 2-3 Personen gemeinsam teilnehmen.“ Die 10 Themen zu den Einheiten sind:

1. WARUM EIGENTLICH MISSION?
Grund und Ziel christlicher Glaubensweitergabe
2. WAS HABE ICH ZU SAGEN?
Der zentrale Inhalt der Botschaft
3. WIE SOLL DAS GESCHEHEN?
Die Mission als Dialog mit der Welt
4. IN WELCHEM GEIST?
Inspiration für eine Revolution der Barmherzigkeit
5. KANN MAN MISSION PLANEN?
Aufbau und Strategie konkreter Projekte
6. WIE GEHT MAN MIT SO EINER VERGANGENHEIT UM?
Licht und Schatten der Missionsgeschichte
7. WAS HABE ICH ZU SAGEN?
Innovative Projekte, Glaubens- & Missionsschulen
8. WIE WACHSEN WIR?
Initiieren, tragen, leiten
9. WO LIEGEN MEINE UND UNSERE STÄRKEN?
Charismen, Begabungen, persönliche Berufung
10. WELCHE KIRCHE IN WELCHER GESELLSCHAFT?
Aufbau einer offenen Gemeinschaft durch Sendung und Sammlung

Ein spannend angelegter Kurs, keine Frage! … der auch dazu dienen soll, Pfarreien vom Kurs der reinen Selbst- und der Gebäudeerhaltung hin zu einem immanenten Kurs der Mission zu führen, wie dies auch James Mallon in seinem Buch „Divine Renovations“ empfiehlt. Mission Possible für eine „Mission mit und aus der Pfarrgemeinde heraus“.

Doch das, was da im Video von Otto Neubauers Vortrag im Gebetshaus Augsburg zu sehen ist, ist inhaltlich scheinbar etwas ganz anderes. Da steht der Satz aus der Bibel: „Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn [Jesus] zu hören.“ (Lk 15,1) im Mittelpunkt des Vortrages. Dazu fragt Neubauer: Warum haben wir Christen, die Nachfolger Jesu, nicht eine solche Attraktivität wie unser Meister? – und gibt selbst die Antwort: Weil wir von oben herab auf die schauen, die ausserhalb unseres christlichen Zirkels leben. Und dazu zitiert er erneut Jesus: „Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?“ (Mt 5,46).

Ja, wie steht es denn mit unserer christlichen Nächstenliebe wirklich? Zeigen wir unseren nicht-christlichen Brüdern & Schwestern unsere uneigennützige Aufmerksamkeit und Liebe? Nehmen wir sie ernst, nehmen wir sie an?

Schauen wir uns das Gespräch an von Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen an: Wie geht Jesus hier vor? Und was war das Ergebis der Begegnung: Das ganze Dorf wurde gläubig und wurde also missioniert. Weil Jesus die Frau zunächst einmal angenommen und ernst genommen hat, trotz ihrer Sünde, trotz ihrer falschen Volkszugehörigkeit. Da entstand Gemeinschaft zwischen Jesus und ihr. Und daraus erst Bekehrung. Damit sind wir dann doch beim Thema Mission angekommen.

Aber: Wir können Nichtchristen ggf. nicht erst unsere Perlen des Glaubens zeigen, sondern müssen meist erst einmal eine Freundschaft herstellen, damit diese Menschen Jesus zunächst real (an uns) erfahren können. Das ist bereits gelebte Mission … der dann später Worte der Mission folgen können (und sollen). Nicky Gumbel sagte einmal zu seinen erfolgreichen missionarischen Alpha-Kursen: „It’s all about friendship“ – zunächst geht es erstmal um Freundschaft in einem Alpha-Kurs und erst daraus erwächst eine vertrauensvolle Beziehung mit Jesus. Der nächste Alpha-Kurs in Aachen beginnt übrigens am 2. Oktober 2019. Der Vortrag von Otto Neubauer ist in jedem Fall sehenswert:

[youtube www.youtube.com/watch?v=r7IsXdZcBWE&w=944&h=531%5D