2019-04-28 | Göttliche Barmherzigkeit

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Seit dem 30. April 2000 feiert die Katholische Kirche am Oktavtag des Ostersonntags, dem Weißen Sonntag, das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit. Papst Johannes Paul II sprach an diesem Tag die polnische Ordensschwester und Mystikerin Maria Faustyna Kowalska (25.08.1905 – 05.10.1938) von der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit heilig und führte das Fest ein.

Laut den Tagebuchaufzeichnungen von Sr. Faustyna hat Jesus selbst sich dieses Fest gewünscht: „Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die Heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlass der Schuld und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären.“ (Tagebuch 699)

Vollkommener Nachlass der Schuld und Strafen (Ablaß) bedeutet eine Wiederherstellung der Taufgnade und passt wunderbar zum Weißen Sonntag, der seinen Namen vom weißen Taufkleid hat, das in der frühen Kirche die in der Osternacht Neugetauften bis zu diesem Tag trugen als Zeichen des neuen Lebens in Christus. Auf die Taufe beziehen sich auch der Introitus der Hl. Messe: „quasi modo geniti infantes“ – „Wie neugeborene Kinder verlangt nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst und das Heil erlangt. Halleluja!“ (1 Petr 2,2), und die festlichen Kleider der Kinder, die an diesem Tag ihren Glauben in der Tauferneuerung erstmals selbst öffentlich bekennen, bevor sie das erste Mal die Heilige Kommunion empfangen.

Jesus forderte Sr. Faustyna und damit auch uns auf zum Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes*: „Bete unablässig den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den Ich dich gelehrt habe. Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Tosdesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein – falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden will ich jenen Seelen erteilen, die Meiner Barmherzigkeit Vertrauen schenken.“ (Tagebuch 687)

Und Er legt uns nahe, die Stunde der Barmherzigkeit zu begehen, also täglich um 15 Uhr Seines Todes am Kreuz zu gedenken: „Ich erinnere dich daran, Meine Tochter, dass du, so oft du die Uhr die dritte Stunde schlagen hörst, dich ganz in Meine Barmherzigkeit versenkst, sie verherrlichst und sie preist. Rufe ihre Allmacht herab für die ganze Welt, besonders aber für die armen Sünder, denn jetzt steht sie für jede Seele weit geöffnet. In dieser Stunde kannst du alles für dich selbst und für andere erbitten. In dieser Stunde kam die Gnade für die ganze Welt. Barmherzigkeit besiegte die Gerechtigkeit. Meine Tochter, bemühe dich in dieser Stunde, den Kreuzweg abzuhalten. Wenn dir das aber nicht möglich ist, dann gehe für eine Weile in die Kapelle und verehre Mein Herz, das voller Barmherzigkeit im Allerheiligsten Altarsakrament verweilt. Falls dir auch das nicht möglich ist, versenke dich, wenn auch nur kurz, im Gebet, an dem Ort, wo du gerade bist. Ich verlange für Meine Barmherzigkeit Ehre von jedem Geschöpf, aber zu allererst von dir (Faustyna), denn dir gab Ich dieses Geheimnis am tiefsten zu erkennen.“ (Tagebuch 1572).

Gelobt sei Jesus Christus, der uns in Seiner Barmherzigkeit so reich beschenkt!

Wer der Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben auf die Spur kommen möchte, dem seien u. a. diese Veranstaltungen empfohlen:

2019-04-28 | Fest der Göttlichen Barmherzigkeit
2019-04-30 | Start eines Alpha-Kurses in Eschweiler
2019-04-30 | Jüngerschaft – Leben in der Nachfolge Jesu
2019-05-02 | Das Bluttuch Christi – auf den Spuren des Grabtuchs von Turin
2019-05-02 | Eucharistische Nachtanbetung
2019-05-03 | „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“ – Jugendabend
2019-05-04 | Gaudete – Anbetung und Katechese
2019-05-04 | Worship.Connection – Ökumenischer Lobpreisabend

Mit frohen Grüßen,

Ihr Christus in die Mitte! – Team


* Der Barmherzigkeitsrosenkranz

an den ersten drei Perlen:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Amen

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird Er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige Katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
Und das ewige Leben.
Amen

an den große Perlen (1x):
Ewiger Vater, ich opfere Dir auf
den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit
Deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
zur Sühne für unsere Sünden
und die Sünden der ganzen Welt.

an den kleine Perlen (10x):
Durch Sein schmerzhaftes Leiden
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

zum Schluss (3x):
Heiliger Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger unsterblicher Gott,
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.


Bild: Jezu ufam tobie – Gemälde von Eugeniusz Kasimiroswski, Vilnius; Foto: ATJ